Predigt im Requiem für Ann Gibson am 24.
September 2004 in der katholischen Kirche Dreieinigkeit in Kiel-Pries
Ann
Gibson, geboren im April 1955 in Oldham, England.
Wir kennen sie als Frau mit Umsicht, Stärke und Vertrauen in
die Kraft des Guten.
Ihre
ganz große Liebe galt und gilt den Kleinen, den schwächsten der menschlichen
Gesellschaft.
Sie
hat drei Töchter und vier Enkel und neben ihren Töchtern weitere vier
angenommene Kinder, denen sie zusammen mit ihrem Ehemann in ihrer Familie neue
Lebenschancen schenkte.
Ann
Gibson hat in unglaublicher Stärke ihren Einsatz für Kinder gezeigt, vor allem
für Kindern mit den so genannten "Fetalen Alkohol- Syndrom".
Fetales Alkohol-Syndrom, FAS.
FAS-World-Deutschland
ist eine Organisation, die sich in jederlei Hinsicht der Probleme betroffener
Kinder, Eltern, Pflegefamilien usw. annimmt,
die
mit Behörden arbeitet, und sich in Belange der Alkoholindustrie und deren
Werbung einmischt.
Ann
Gibson hat Vorträge und Referate gehalten, ist zu Konferenzen in den USA
gewesen und einiges mehr.
Der
Rahmen dieses Trauergottesdienstes reicht nicht, alles zu benennen oder gar zu würdigen.
Stellvertretend
für viele Beileidsbekundungen zum Tod von Ann Gibson soll der Brief der
Vorsitzenden des Bundesverbandes PFAD, Frau Henrike Hopp verlesen werden.
"Lieber
Vorstand, lieber Mitglieder von FAS-World-Deutschland. Welch ein Verlust für
uns alle. Mit großer Bewunderung habe ich Ann Gibsons Kämpfertum, ihr Wissen
und ihre Ausdauer erfahren dürfen und bin tief beeindruckt von dem, was sie
geschaffen hat. Ihr ist es gelungen, Menschen zu bewegen und sie für
"ihre" Kinder zu gewinnen.
Ich
bin sicher, dass sie und wir im Sinne von Ann Gibson die Arbeit für die
alkoholgeschädigten Kinder weiter vorantreiben werden. Ich weiß auch, dass Ann
Gibson uns bei dieser Arbeit fehlen wird und wir uns immer wieder an sie
erinnern werden.
Mein
tiefempfundenes Beileid gilt besonders der Familie von Ann Gibson und ihren
engsten Mitstreitern.
In
bestürzter Trauer Henrike Hopp
Vorsitzende
von PFAD-Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e. V."
Ann
Gibson hat eigens eine Stiftung ins Leben gerufen, um diesem Zweck auch über
das eigene Leben hinaus zu dienen. Die Stiftung heißt Ann-Gibson-Stiftung und
möchte unter anderem ein Zuhause für Kinder errichten, die am Fetalen
Alkohol-Syndrom leiden.
Wir
danken Gott, sie gekannt und erlebt zu haben
Zwei
Fragen tun sich auf: Woraus nahm sie die Kraft?! Und warum dieser frühe Tod?!
Woher
nahm sie die Kraft?
Für
sie war der Halt ihrer eigenen Familie, ihres Ehemannes, ihrer Kinder, auch der
angenommenen kranken Kinder, der tragende Grund.
Der
letzte Motor jedoch war der christliche Glaube.
So war es ihr wichtig, in diesem Trauergottesdienst Lieder
aus der Liedmappe dieser ihrer Kirchengemeinde zu singen;
Lieder, die von Hoffnung sprechen und von gottgeschenkter
Kraft.
Lieder, mit denen schon ihre Kinder groß wurden.
Warum
dieser frühe Tod?!
Wir wissen es nicht. Aber sicher ist: Der Same, der in den
Acker
geworfen
wurde, wird reiche Frucht tragen.
Jesus
ging in den Tod, und der Same seines Todes hat millionen- und milliardenfach
Frucht getragen.
Wir
feiern die katholische Messe, die wir im Sprachgebrauch der Kirche
"Eucharistiefeier" nennen, was soviel wie "Dansagung"
bedeutet:
Dank
an Gott, unseren Schöpfer; Dank auch den vielen Menschen, die ihr auf dem
Lebensweg verbunden waren und verbunden bleiben
Mit
diesem Dank an Gott verbinden wir heute auch namens der vielen, vielen Kinder
den Dank an Siel
Gott
möge sie segnen, Gott möge ihr Lebenswerk segnen. Gott möge ihren Ehemann
segnen, Alan Gibson, und ihm Menschen zur Seite geben, die ihn nun stützen und
tragen bei den bevorstehenden Aufgaben.
Lassen
Sie diese Gedanken ausklingen mit dem Wort des Kleinen Prinzen, "Le petit
prince", von Exupery:
Man
sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar
Amen