Was ist mit den Vätern?
Bis heute hat sich die
(männliche) Forschung fast ausschließlich auf Risiken für den Fetus
konzentriert, die durch mütterliches Alkoholtrinken entstehen können.Doch haben
viele Studien gezeigt, daß die Kinder von männlichen Alkoholikern oft gestörte
intellektuelle Fähigkeiten haben und öfter hyperaktiver sind als die Kinder
nichttrinkender Väter. Diese Befunde lassen sich auch anhand von
Adoptionsstudien stützen. Danach ist es gesichert, dass gestörte kognitive
Fähigkeiten und Hyperaktivität nicht ausschließlich auf das soziale Umwelt
zurückzuführen sind. Diese Daten legen nahe, dass das väterliche Trinkverhalten
einen Einfluss auf die Entwicklungschancen ihrer Kinder hat - wenn auch nicht
direkt über Mutterkuchen und Nabelschnur. Auch Tierversuche demonstrieren, dass
die Nachkommen alkoholisierter männlicher Tiere eine geringere
Überlebensfähigkeit und bei der Geburt Reifedefizite aufweisen. Allerdings
wirkt der väterliche Alkoholkonsum nicht direkt auf den Fetus ein, sondern
verschlechtert vielmehr die Qualität der Samen. Einiges deutet darauf hin, dass
stark alkoholtrinkende Väter ihren Nachkommen durch deformierte Samen Schaden
zufügen können!!! Zwar weiß man wenig über entsprechende Mechanismen sowie über
Dosis-Wirkungs-Beziehungen. Doch man schweigt darüber und behandelt - wenn
schon - das fetale Alkoholsyndrom als ein rein frauenspezifisches Problem. Die
Rolle und Verantwortung des Mannes darf aber nicht außer acht bleiben: Viele
Männer verleiten Frauen auch in der Schwangerschaft zum Trinken, oder erwarten
betont, dass sich Frauen enthalten; sie selbst aber trinken weiter. Das fetale
Alkoholsyndrom ist nicht einfach ein frauenspezifisches Problem, sondern
vielmehr ein Problem der Gesellschaft, in dem auch die Männer (und alle Frauen)
miteinbezogen sind!!!!!!
Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren e.V. Drogen info: Alkohol und
Schwangerschaft 04.97