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Das Fetale Alkoholsyndrom, in Deutschland selten diagnostiziert und von der Bevölkerung kaum wahrgenommen, ist ein Spektrum von physischen und geistigen Behinderungen, die durch den mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verursacht werden.
Immer häufiger treffen Fachleute auf Kinder mit unsozialem Verhalten, mit Lernschwierigkeiten, mit Sprachproblemen, Entwicklungsverzögerungen, ADHD und anderen Störungen. Sie mögen die Auffälligkeiten mit FASD in Zusammenhang bringen. Bis heute gibt es in Deutschland aber kein Kriterium, wonach die Mehrfachschädigung FASD als eigenständige vorgeburtlich bedingte Behinderung bzw. Krankheit klassifiziert wird.
In unseren Mitgliedsfamilien sind viele vorgeburtlich alkoholgeschädigte Pflege-/Adoptivkinder. Die Wenigsten haben eine Diagnose, die diese Schädigung, verursacht durch die Alkoholexposition während der Schwangerschaft, klar widerspiegelt. So sind die Kinder doppelt bestraft, denn erstens wäre die Behinderung vermeidbar gewesen und zweitens wird ihnen eine angemessene Förderung und Anerkennung vorenthalten. Die Verhaltensauffälligkeiten machen die Kinder schwer erziehbar, sie werden gemieden und ausgegrenzt. In der Pubertätsphase landen viele dieser Kinder im Heim, weil sie nicht mehr lenkbar sind. Würde die Ursache früh genug erkannt und das Kind entsprechend gefördert, bzw. die betreuende Familie unterstützt, könnte dieser Schritt häufiger vermieden werden.
Unser Ziel ist, durch Information und Aufklärung das Bewusstsein der Bevölkerung für die Gefahren von Alkohol in der Schwangerschaft zu schärfen und die Geburtenzahlen von alkoholgeschädigten Kindern zu verringern. Das Wissen um die Grenzen, die FASD der kognitiven und emotionalen Entwicklung setzen, kann helfen, Vorwürfen und Schuldgefühlen, denen die Kinder und ihre Eltern oft ausgesetzt sind, zu begegnen.
FASworld setzt sich dafür ein, dass bei der Revision des ICD-10 dieses Kriterium der Mehrfachbehinderung FASD als eigenständige Behinderungsform berücksichtigt wird. Ein Petitionsantrag wurde von FASworld e.V. beim BMGS bereits gestellt.
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