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 Das Fetale Alkoholsyndrom, in Deutschland selten diagnostiziert und von der Bevölkerung kaum wahrgenommen, ist ein Spektrum von physischen und geistigen Behinderungen, die durch den mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verursacht werden.

Immer häufiger treffen Fachleute auf Kinder mit unsozialem Verhalten, mit Lernschwierigkeiten, mit Sprachproblemen, ADHD und anderen Störungen. Sie mögen die Auffälligkeiten mit FASD in Zusammenhang bringen. Bis heute gibt es in Deutschland aber kein Kriterium, wonach die Mehrfachschädigung FASD als eigenständige vorgeburtliche Behinderung bzw. Krankheit klassifiziert wird.

In unseren Mitgliedsfamilien sind viele vorgeburtlich alkoholgeschädigte Pflege-/Adoptivkinder. Die Wenigsten haben eine Diagnose, die diese Schädigung, verursacht durch die Alkoholexposition während der Schwangerschaft, klar widerspiegelt. So sind die Kinder doppelt bestraft, denn erstens wäre die Behinderung vermeidbar gewesen und zweitens wird ihnen eine angemessene Förderung und Anerkennung vorenthalten. Die Verhaltensauffälligkeiten machen die Kinder schwer erziehbar, sie werden gemieden und ausgegrenzt. In der Pubertätsphase landen viele dieser Kinder im Heim, weil sie nicht mehr lenkbar sind. Würde die Ursache früh genug erkannt und das Kind entsprechend gefördert, bzw. die betreuende Familie unterstützt, könnte dieser Schritt häufiger vermieden werden.

FASworld setzt sich dafür ein, dass bei der Revision des ICD-10 dieses Kriterium der Mehrfachbehinderung FASD als eigenständige Behinderungsform berücksichtigt wird. Ein Petitionsantrag wurde von FASworld e.V. beim BMGS bereits gestellt.

Aufklärungsfilme "Alkohol in der Schwangerschaft"

In Zusammenarbeit mit der Kinderklinik entstanden Ende 2001 zwei Filme von Gerhard Faul für unterschiedliches Publikum:
(Folgende Texte sind die Beschreibungstexte der Videocover)

Alkohol in der Schwangerschaft
Jetzt lieber nicht!
ein Film von Gerhard Faul
17 Minuten
ein Aufklärungsfilm für ein junges Publikum
über die Folgen von Alkoholkonsum
während der Schwangerschaft

Sabines Vermutung bestätigt sich: sie ist schwanger. Mit ihrem Freund Frido bespricht sie die freudige Nachricht. Am Abend trifft das Paar Freunde in der Kneipe. Norbert gibt eine Runde aus. Doch Sabine lehnt die Einladung zum Tequila ab.

Zu Beginn des fachlichen Teils des Filmes werden junge Frauen über ihr Trinkverhalten vor und während der Schwangerschaft interviewt. Der Berliner Kinderarzt Professor Hans-Ludwig Spohr erläutert, dass Alkoholkonsum während der Schwangerschaft Auswirkungen auf den Embryo hat. Alkohol in der Schwangerschaft gilt als häufigste Ursache für eine angeborene verzögerte geistige Entwicklung bei Kindern.
Sichtbare körperliche Anzeichen einer Alkoholschädigung sind Anomalien im Gesicht, ein zu kleiner Kopf oder Untergewicht. Die Symptome beim Kind werden Alkoholembryopathie oder Fetales Alkoholsyndrom genannt. Bereits geringe Mengen von Alkohol während der Schwangerschaft können zu körperlichen oder geistigen Fehlentwicklungen beim Kind, insbesondere zu Verhaltensauffälligkeiten, führen.

Beate und Rüdiger vom Knappen haben direkt aus dem Krankenhaus einen Säugling mit Fetalem Alkoholsyndrom in Pflege genommen. Tini ist heute 19 Jahre alt und besucht eine Schule für geistig Behinderte. Jährlich kommen in Deutschland ca. 2000 durch Alkohol geschädigte Kinder zur Welt. Eine Heilung der Kinder ist nicht möglich. Der beste Schutz für das Kind vor einer Alkoholschädigung ist, während der Schwangerschaft vollständig auf den Konsum von Alkohol zu verzichten.

Der Film wendet sich vor allem an junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren und klärt über die negativen Auswirkungen von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft auf.

"Jetzt weiß ich, es war falsch"
Alkohol in der Schwangerschaft
ein Film von Gerhard Faul
28 Minuten
für Fachkräfte, Multiplikatoren und betroffene Frauen

In Deutschland kommen pro Jahr ca. 2000 Babies mit Schädigungen zur Welt, die auf den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft zurückzuführen sind. Alkoholkonsum während der Schwangerschaft gilt als häufigste Ursache für eine angeborene verzögerte geistige Entwicklung bei Kindern. Bei einer alkoholabhängigen Schwangeren liegt das Risiko einer körperlichen Fehlbildung oder geistigen Störung des Neugeborenen bei 32 bis 43 Prozent. Aber auch gelegentlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist für das ungeborene Kind gefährlich. Einen Grenzwert, bei dessen Unterschreiten keinerlei Beeinträchtigungen des Neugeborenen zu befürchten sind, gibt es nicht.
Der Berliner Kinderarzt Professor Hans-Ludwig Spohr erklärt, dass Alkoholkonsum während der Schwangerschaft neben körperlichen Symptomen wie Untergewicht, zu kleinem Kopf, schrägen Augenlidern oder einer kurzen flachen Nase zu Verhaltensstörungen in der Wahrnehmung, beim Sprechen und bei der Feinmotorik des Kindes führen kann. Eine sichere Diagnose kann erst nach Befragen der Mutter gestellt werden wie Frauenarzt Professor Axel Feige vom Klinikum Nürnberg berichtet.
Der Film klärt über die Folgen von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft auf. Er schildert einfühlsam das Schicksal betroffener Kinder, einer Mutter und die Probleme von Pflegefamilien. Claudia Voll hat während der Schwangerschaft regelmäßig Alkohol getrunken. Ihre Tochter Michaela zeigt deutliche Symptome einer Alkoholschädigung. Eine Heilung von Kindern mit fetalem Alkoholsyndrom ist nicht möglich, aber durch intensive Frühförderung können Entwicklungsdefizite teilweise ausgeglichen werden. Heilpädagogin Ursula Hitz von der Jugendhilfestation Neumarkt betreut drei Familien mit alkoholgeschädigten Kindern. In Mülheim a.d. Ruhr haben Beate und Rüdiger vom Knappen ein Neugeborenes direkt aus dem Krankenhaus in Dauerpflege genommen. Tini ist heute 19 Jahre alt und besucht eine Schule für geistig Behinderte.

Beide Filme sind eine Produktion des Medienladen e.V., Nürnberg und dort als Videos zu beziehen:

www.medienladen-ev.de

Die Herstellung dieser Filme wurde gefördert durch:

Bayrisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz
Bayrisches Staatsministerium für Arbeit, Sozialordnung, Familie und Frauen
Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland
Stadt Nürnberg, Sozialreferat
aus DRK-Kliniken Berlin

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