Katagorien für FASD Diagnosen


Es gibt verschiedene Bezeichnungen, Menschen zu beschreiben, die durch Alkohol in der Schwangerschaft geschädigt worden sind. Hört man Begriffe wie

FAS - FAE - ARND – ARBD - FASD – Alkoholembryopathie

kann das sehr irreführend sein. Was bedeuten sie?

Der Begriff „Alkoholembryopathie“, der heute noch in Deutschland oft benutzt wird, ist besonders irreführend, da er den Eindruck hinterlässt, es handele sich um Alkoholschäden, die nur in der Embryonalperiode (die ersten zehn Wochen der Schwangerschaft) entstehen. Wir wissen aber, dass Alkohol die ganze Schwangerschaft hindurch ein Kind schädigen kann. Daher ist die Bezeichnung FAS (Fetales Alkoholsyndrom) viel besser dafür geeignet, da die Fetalperiode bis zum Ende der Schwangerschaft reicht.

Seit ca. zwei Jahren wird immer öfter die Bezeichnung FASD benutzt, um eben die häufige Meinung zu umgehen, dass FAE oder ARND weniger Beeinträch-tigungen beim Kind hervor rufen. FASD (Fetal Alkohol Spektrum Disorder) sollte alle Formen des Alkoholschadens beinhalten, um von der Annahme einer "leichteren Form" weg zukommen. Langzeitstudien haben gezeigt, dass genau die Kinder, die eine angeblich "leichtere Form" haben, später gravierendere Probleme haben, als Kinder mit einer vollen FAS-Diagnose. Einfach auch deswegen, weil oft gesagt wird, dass das Kind durch genügend Liebe und Förderung eines Tages alle Defizite aufholen wird, was nicht der Wahrheit entspricht. Kinder, die im Mutterleib Alkohol ausgesetzt werden und einen Alkoholschaden davon tragen, werden zu 90% nicht das aufholen, was ihnen fehlt. Diese Kinder haben bleibende Hirnschäden, die durch noch so viel Liebe und Förderung nicht weg zu bekommen ist. Die Bezeichnung FASD ist aber keine Diagnose und wird auch nicht als eine solche benutzt. Es ist einfach eine neue Bezeichnung, die alle Formen des Alkoholschadens beinhaltet und die hoffentlich irgendwann hier in Deutschland auch anerkannt wird als Überbegriff für die bisher irreführende Bezeichnungen FAS/FAE/Alkoholembryopathie.



Im Jahr 1996 hat das "Institute of Medicine of the United States" die folgenden fünf verschieden Diagnose-Kriterien für alle Formen des Alkoholschadens empfohlen. Außer ARBD, das nur körperliche Merkmale beinhaltet, bedeuten ALLE Diagnosen eine lebenslange Beeinträchtigung der Intelligenz bzw. des Verhaltens des Kindes und sollten als solche angesehen werden.

Ann Gibson


FAS 1



Gesichtsdismorphie:

· kleine Augenöffnungen

· flache/dünne Oberlippe

· flaches Mittelgesicht



Wachstumsstörungen:

· niedriges pre- und postnataler Gewicht, Gewichtsverlust, der mit unzureichender Ernährung nichts zu tun hat

· schlechtes Größe/Gewicht-Verhältnis



ZNS-Auffälligkeiten (1 von folgende 3 muss vorhanden sein)

· Kleiner Kopf

· Hirnanomalien

· Schlechte Feinmotorik (Augen/Hand-Koordination)

· Hörprobleme, die nicht durch Krankheit oder Unfall zu tun haben

· auffälliger Gang

· gesicherter mütterlicher Alkoholkonsum


FAS 2



Diagnose ohne gesicherten Alkoholkonsum, wo aber ALLE Merkmale vorhanden sind, die für eine FAS 1-Diagnose benötigt werden.


PFAS (wird bei uns FAE genannt) Partial Fetal Alcohol Syndrome



· Gesicherter Alkoholkonsum

· teilweise Gesichtsdismorphie (nicht alle müssen vorhanden sein und auch nicht so ausgeprägt)



1 von 3 von folgenden:

Wachstumsstörungen:

· niedriges pre- und postnataler Gewicht,

. Gewichtsverlust, der mit unzureichender Ernährung nichts zu tun hat

· schlechtes Größe/Gewichts-Verhältnis



1 von folgenden ZNS-Auffälligkeiten:

· Kleiner Kopf

· Hirnanomalien (beim MRI z.B.)

· Schlechte Feinmotorik (Augen/Hand-Koordination)

· Hörprobleme, die nicht mit Krankheit oder Unfall zu tun haben

· auffälliger Gang



Ein Zusammenschluss verschiedener Verhaltensauffälligkeiten, die nicht altersgerecht oder milieubedingt sind, unter anderem:



Schlechte Leistungen in der Schule

Defizite im Sprachbereich (Aussage und Verständnis)

Schlechte Leistungen in Mathe

Schlechtes abstraktes Denken (Mathe/Zeit/Geld)

Schlechte Impulsivitätskontrolle

Schlechtes Sozialverhalten

Probleme in Gedächtnis, Konzentration und im Urteilsbereich


ARBD (Alcohol related Birth Defects)



Körperliche Probleme mit

Herz

Skelett

Nieren

Augen

Ohren

Gesicherter Alkoholkonsum


ARND (Alcohol related neurodevelopment Disorder)

Gesicherter Alkoholkonsum

Wenn 1 oder beide folgenden vorhanden sind:

ZNS-Auffälligkeiten:

Mindestens 1 von folgenden:

· Kleiner Kopf

· Hirnanomalien (beim MRI z.B.)

· Schlechte Feinmotorik (Augen/Hand-Koordination)

· Hörprobleme, die nicht mit Krankheit oder Unfall zu tun haben

· auffälliger Gang



und/oder:

Ein Zusammenschluss verschiedener Verhaltensauffälligkeiten, die nicht altersgerecht oder milieubedingt sind, unter anderem:



Schlechte Leistungen in der Schule

Defizite im Sprachbereich (Aussage und Verständnis)

Schlechte Leistungen in Mathe

Schlechtes abstraktes Denken (Mathe/Zeit/Geld)

Schlechte Impulsivitätskontrolle

Schlechtes Sozialverhalten

Probleme in Gedächtnis, Konzentration und im Urteilsbereich


Der "Institute of Medicine of the United States" weist ausdrücklich darauf hin, dass eine PFAS(hier FAE)-Diagnose AUF KEINEM FALL ALS "LEICHTERE" FORM DES ALKOHOLSCHADENS ANZUSEHEN IST!!



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